Die Frage kommt. Zuverlässig. Immer wieder. Ein jeder Mensch, der Snooker liebt, kennt sie. Entgeisterte Blicke stehen dann im Raum, der Kopf wird geschüttelt, Augenbrauen werden hochgezogen. Schließlich wird dieser Mensch mit der Frage konfrontiert: Was, das schaust du dir stundenlang an?

Die Antwort kann nur lauten: Ja, natürlich! Wir, also die Fans und Sachverständigen dieser Sportart, bestreiten ja nicht, dass Snooker manchmal eine meditative Note hat. Na und? Wir halten es eben länger als 90 Minuten mit unserer Sportart aus, wir brauchen keine Tore und keine Fangesänge. Feine Anzüge sind unsere Trikots, unser Maximum Break ist euer Fallrückzieher. Und es soll niemand glauben, dass beim Snooker keine Spannung aufkommt. Wenn die Spielerin oder der Spieler sanften Schrittes um den Tischschleicht, die Queuespitze mit Kreide massiert, die Optionen für die nächste Kugel auslotet, in die Stoßposition gleitet, schließlich das Queue zum Abzug bereit nach hinten rückt, ein letztes Mal die Kugel anvisiert. Das Publikum kann gar nicht anders, als kollektiv den Atem anzuhalten, wenn der Stoß kommt. Niemand würde es wagen, diesen Moment mit Geplapper zu zerstören. Snooker ist Taktik, Drama und Eleganz. Wer einmal ein komplettes Maximum Break in seiner Entstehung verfolgt hat, der weiß, was Herzrasen ist. Hier erfahren Sie mehr über die wichtigsten Fachbegriffe in diesem Spiel

Das Nachrichtenportal hat schon begonnen

Als ich im Sommer 2015 für die Webseite Snooker.co.at angefragt wurde, stellte sich die Frage: Will ich für einige Wochen jeden Tag über Snooker schreiben? Auch hier musste die Antwort lauten: Natürlich, ja! Snooker hat eine erstaunliche Entwicklung genommen, vom elitären Zeitvertreib für Offiziere über den populären Kneipensport bis zum Massenphänomen mit boomender Profiszene. Auf der britischen Insel ist Snooker ein Selbstläufer, die Topspielersind Superstars, aber auch in Deutschland wird die Kunst des geschickten Bällelochens immer bekannter. Mehr und mehr Spielerinnen und Spieler greifen zum Queue, fast überall in Deutschland werden Tische aufgebaut. Der Sender Eurosport, der Turniere aus der ganzen Welt in deutsche Wohnzimmer überträgt, schafft verblüffend gute Quoten. Und die Beachtung für den Sport könnte noch steigen: wenn Snooker tatsächlich olympisch wird. Oder wenn es ein Deutscher schafft, die besten Spieler der Welt herauszufordern.

Snooker in Deutschland

Es gibt wenige Menschen, die in Deutschland alles über Snooker wissen. Für alle anderen, zu denen sich auch der Autor dieses Buches zählt, wurde dieses Snookerportal geschrieben. Die Webseite Snooker.co.at sollen weiß Gott nicht als Bibel betrachtet werden, in der die endgültige Weisheit über Snooker geschrieben steht. Eher als Geschichtensammlung der unglaublichsten, lustigsten und dramatischsten Begebenheiten aus fast einem Jahrhundert. Geeignet als Nachschlagewerk, wenn ein Fachbegriff nicht richtig sitzt. Oder als Trainingslager für den Kopf, als persönliches Warm-up, bevor im Frühjahr die nächste Weltmeisterschaft ansteht. Vielleicht sogar als Anreiz, sich mal wieder im Snookerclub zu verabreden und ein paar Bälle zu lochen.

Und wenn nächstes Mal die Frage kommt, ob man wirklich nichts Besseres zu tun habe, als sich diesen langatmigen Quatsch im Fernsehen reinzuziehen: einfach kurz an Ronnie O’Sullivan denken. Und milde lächeln.

Bald entsteht auch eine neue Webseite für Fußball Training und Übungen